Thessaloniki/Kilkis, 17. Juni 2012 (ADN). Die Ergebnisse der sogenannten Schicksalswahl in Griechenland werden an den Grundübeln desLandes nichts Subsanzielles ändern. Da die konservativen Beharrungskräfte erneut Oberwasser gewonnen haben, belegt das die Grundauffassung des Präsidenten der Indstrie- und Handelskammer Kilkis in Zentral-Mazedonien, Pavlos Sp. Tonikidis. Der Wirtschaftsmanager erklärte unmittelbar vor der heutigen Wahl zur griechischen Nationalversammlung, dass die Großmächte Griechenland nie in Ruhe gelassen haben und seine Eigenständigkeit dauerhaft verhindern wollen. Deshalb werde sein Land auch gezwungen, Waffen in unverhältnismäßig großen Mengen beispielsweise von deutschen Rüstungsfirmen zu kaufen. Dabei diene die herrschende Schicht in Athen als Handlanger. Die Athener Zentralpolitik   sei seit Jahrzenten geprägt von hartnäckiger Korruption, intransparenter Vetternwirtschaft und einem undurchsichtigen Bankensumpf. Die Kreditinstitute schützen nach den Worten von Tonikidis den Mittelstand nicht, weswegen die Unternehmen Investitionen selbst vorfinanzieren müssten.

Sie tun das beispielsweise, indem sie die Mehrwertsteuer nicht an den Staat abführen und dieses Geld in die eigene Firma stecken, erläuterte heute der griechische Journalist Panagiotis Kouparanis in der ARD-Sendung „Presseclub“. Nur so könnten Betriebe liquide bleiben. Wenn das nicht gelingt, machen die betroffenen Firmen pleite. Die Folge ist nach Angaben von Kouparanis der Verlust von rund 600.000 griechischen Arbeitsplätzen in den vergangenen anderthalb Jahren.

Vernichtende Urteile über die Regierenden in Athen fällen neben weiteren Wirtschaftsvertretern auch Sprecher anderer Bevölkerungsgruppen und Wählerschichten. Sogar Angehörige der griechisch-orthodoxen Kirche, zu der in dem Balkanland 98 Prozent der konfessionell gebundenen Gläubigen zählen, sind mit niederschmetternden Einschätzungen über die korrupte Klasse der Athener Politiker an die Öffentlichkeit getreten.

Die realitätsfremden Vorstellungen der nun siegreichen Nea Demokratia belegt eine Aussage ihres Abgeordneten im Nationalparlament, Georgios Georgiantas vor der Wahl. Er zeigte sich in einem ADN-Gespräch davon überzeugt, dass die reichen Griechen, deren Geld sich im Ausland befindet, dieses Kapital wieder nach Griechenland bringen und dort investieren. Voraussetzung sei, seine Partei gewinne die Wahl. Da dies nun geschehen ist, dürfte es spannend sein, wieviele Vermögende wieviel Geld in das Heimatland Griechenland zurücktransferieren.  ++ (dk/mgn/17.06.12 – 174)

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