Zürich, 30. Juli 2012 (ADN). Putins Russland dürfte den bisherigen Nukleus der eurasischen Union sowohl auf China wie auch durch das von Deutschland beherrschte Europa ausdehnen wollen. Dieses Szenario beschreibt Prof. Dr. Albert A. Stahel vom Institut für Strategische Studien Wadenswil in der Mitte dieses Monats in Zürich erschienenen Wochen-Publikation „Zeit-Fragen“ in einem Beitrag über künftige  Entwicklungen der globalen Hegemonial-Mächte.  Voraussetzung für das Eintreten eioner solchen Situation sei, dass ein deutsch-russisches Kondominium über Rest-Europa zustande kommt und im westlichen Pazifik China die Machtansprüche der USA blockiert.

Ein erster Schritt in diese Richtung könnte nach den Worten des Wissenschaftlers in der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit zwischen den Energie- und Produktionsmächten Eurasiens bestehen. Eine wichtige Grundlage dafür verkörpere der derzeit bereits im Gang befindliche Ausbau der Seidenstraße zwischen Deutschland und China.

Stahel hält als zweiten Schritt auf diesem Weg eine politische Union Eurasiens für denkbar. China habe daran größeres Interesse als seine Partner,  denen eine derartige Aussicht angesichts der Größe der Bevölkerung im „Reich der Mitte“ kaum erstrebenswert sein wird. Ungeachtet dessen bedeute bereits eine eurasische Wirtschaftsunion das Ende der amerikanischen Hegemonie über die Welt.

Prof. Stahel lehrt an der Universität Zürich und wirkte bis 2006 als Dozent für Strategische Studien an der Militärakademie der ETH Zürich. Er ist Gründer des Instituts für Strategische Studien in Wadenswil und gilt als Kenner der Lehre des chinesischen Kriegstheoretikers Sun Tza. Der Schweizer Forscher schätzt die gesamtheitliche Betrachtungsweise des um das Jahr 500 v. Chr.  lebenden chinesischen Militärtheoretikers, in der Moral, Psychologie und Spionage einen besonderen Stellenwert innehaben.  Nach Ansicht von Stahel finden sich bei Sun Tza vielfältige Parallelen zu den Auffassungen des europäischen Staatsrechtlers Macchiavelli.. ++ (gl/mgn/30.07.12 – 2018)

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