Archive für Beiträge mit Schlagwort: Natur

Fulda/Rathenow, 27. Mai 2015 (ADN). Nach dem Westhavelland in Brandenburg wird die Rhön im Dreiländereck Hessen-Thüringen-Bayern zum zweiten deutschen Sternenpark avancieren. Sie gehört zu den Regionen, in denen es am dunkelsten ist. So sind dort in klaren Nächten rund 2.500 Sterne sichtbar, während in Städten nur noch etwa ein Dutzend Himmelskörper wahrnehmbar sind. Wie Sternenpark-Aktivistin und Hobby-Astronomin Sabine Frank am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Planet“ erläuterte, unterdrückt Kunstlicht die Melatonin-Produktion im menschlichen Körper  und wird so zu einem Krankmacher. Außerdem hat es noch unerforschte negative Folgen auf die Welt der Insekten, das Paarungsverhalten von Singvögeln und das Orientierungsvermögen von Zugvögeln. 

Während der von Frank angestoßenen Initiative „Sternenpark Rhön“ wurden bereits 4.700 Lampen in 60 Dörfern des Biosphärenreservats „Rhön“ geprüft. Dabei geht es vor allem darum, die Zahl der Leuchten zu reduzieren, deren Licht nach oben ins Weltall strahlen. Als bis in den Kosmos registrierten Lichtverschmutzer wurden beispielsweise die auf die kleine Dorfkirche von Brix gerichteten Strahler, die Werbeleuchten des Autohofs Eichenzell und ein hell erleuchteter neuer Industriepark bei Fulda identifiziert.

Frank führt gemeinsam mit dem Astronomen Andreas Hänel einen permanenten Dialog mit Bürgern, Gewerbetreibenden und Bürgermeistern, um besonders große Quellen von Lichtsmog auszuschalten. Erste Erfolge erzielte sie im Gespräch mit dem Stadtoberhaupt von Bischofsheim, das innerhalb eines Pilotprojekts zahlreiche Negativ-Leuchtkörper liqudieren ließ. Dort werden zwischen Mitternacht und den Morgenstunden des Folgetages die meisten öffentlichen Lampen ausgeschaltet. Inzwischen wird in 22 Kommunen der Rhön gegen Lichtsmog systematisch aufgerüstet. Ähnlich konzeptionell wird inzwischen auch in großen Städten vorgegangen. Augsburg ist Vorreiter. Dort werden durch solche Maßnahmen inzwischen 30 Prozent Strom gespart. Auch die Hauptstadt Berlin hat der Lichtverschmutzung den Kampf angesagt. Allerdings sind erst 600 der insgesamt 224.000 Straßenlampen auf LED umgerüstet. Bei der Umrüstung von Gaslaternen auf LED ist der Energieverbrauch um die Hälfte reduzierbar, erklärte eine Vertreterin der zuständigen Senatsverwaltung. ++ (uw/mgn/27.05.15 – 124)

http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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Stockholm, 8. August 2014 (ADN). Der Vorsitzende des Samischen Parlaments (Sameting),  Stefan Mikalelsson, hat der schwedischen Regierung vorgeworfen, die Interessen der samischen Urbevölkerung nach wie vor zu ignorieren. In einem am Freitag anlässlich des am Wochenende bevorstehenden internationalen Tages der indigenen Völker  geführten Interview mit Radio Schweden teilt er mit, dass die Repräsentanten des samischen Volkes nicht wirklich ernst genommen werden. Auch habe sich das Verhalten der Regierung nicht geändert, seit im Jahr 2010 die Sami offiziell als eine der fünf Minderheiten in Schweden anerkannt wurden. Konkret forderte Mikaelsson, dass die Allgemeine Erklärung für  Menschenrechte der Vereinten Nationen (UNO) erweitert werden soll.  Die Sami, so der Parlamentsvorsitzende, hätten einen spirituellen Kontakt mit der Natur. Dieser müsse geschützt werden.

Der internationale Tag der indigenen Völker wurde vor 20 Jahren von der UNO ins Leben gerufen. Er soll dazu dienen, auf das Schicksal der rund 5.000 indigenen Völker der Welt aufmerksam zu machen. ++ (mr/mgn/08.08.14 – 219)

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Heringen/Vacha, 3. Juli 2014 (ADN). Der Standort des Kalibergbaus an der Werra rechnet sich nur, wenn die Versenkung von Salzlauge in tiefes Gestein über das Jahr 2015 hinaus erlaubt ist. Zudem wird das umstrittene Einleiten von Salzlauge in die Werra über das Jahr 2020 hinaus genehmigt, zeigt sich im Rundfunk der Vorstandsvorsitzende der Kasseler Kali + Salz AG, Norbert Steiner, am Donnerstag siegesgewiss. Er baue auf die Ausnahmeregelungen, die die EU-Wasserrahmen-Richtlinie zulasse. Außerdem setzt er auf die schwarz-grüne Landesregierung Hessens, die dem großen Arbeitgeber in der strukturschwachen Region der hessisch-thüringischen Rhön schon immer gewogen ist und kaum in die Parade fahren wird.

Volker Bouffiers Koalition in Wiesbaden wird zwar von den thüringischen und hessischen Kommunen an der Werra und Umweltverbänden unter Druck gesetzt, weil vor allem das Trinkwasser gefährdet ist. Außerdem protestieren norddeutsche und niedersächsische Umweltschützer, die eine Verseuchung des empfindlichen Öko-Systems und UNECSO-Weltkulturerbes Wattenmeer befürchten. Dorthin fließt letztlich die Salzlauge der Werra, nachdem sie über die Weser fünf Bundesländer – Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen – durchlaufen hat.  Dieser Kultur- und Naturschatz wäre noch stärker bedroht, wenn tatsächlich eine geplante Rohrleitung für 800 Millionen Euro in Betrieb geht. Sie würde direkt in der Nordsee enden und diese mit ihrer giftigen Fracht in wesentlich höherer Salz-Konzentration noch stärker bedrohen. Mit diesem Argument spielt der Kali-Konzern die Kritiker gegeneinander aus, weil er selbst keine Neigung zu einer solch gigantischen Investition hat. Das Verpressen der Salzlauge in den Untergrund einerseits und die Ableitung in die Werra andererseits macht er einigen seiner Widersacher schmackhaft und verkauft es als beste Kompromiss-Lösung.

So wird der Jahrzehnte währende, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs andauernde Streit, der seinerzeit zwischen der DDR und der BRD auf zwischenstaatlicher Bühne ausgefochten wurde, unvermindert, jedoch mit feinerer Klinge fortgesetzt. Dabei führt der Weltkonzern Kali + Salz, der bis zum Jahr 1990 die Gesamtverantwortung  für die Salzfracht in der Werra auf den DDR-Kalibergbau abschob, einen überlegenen Goliath-Kampf gegen die mehr oder minder betroffenen Städte und Gemeinden, von denen sich nur wenige trauen, die Steinschleuder des David gen Kassel zu richten. ++ (uw/mgn/03.07.14 – 183)

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Berlin, 25. Juni 2014 (ADN). 83 Vorschläge aus 128 Bewerbungen für die offizielle Anerkennung als immaterielles Weltkulturerbe hat die Deutsche UNESCO-Kommision für das weitere Auswahlverfahren benannt. Wie das Gremium am Mittwoch in Berlin weiter mitteilt, gehören dazu die Sage über den „Rattenfänger von Hameln“, der Segelflug auf der Wasserkuppe in der Rhön und der Musikinstrumentenbau im Vogtland. Zum Spektrum gehören 29 Bräuche, Rituale und Feste, 19 darstellende Künste, 19 Handwerkstraditionen sowie 13 Formen des Wissens im Umgang mit der Natur und dem Universum.  Nach den Worten von Kommissions-Vizepräsident Christoph Wulf sollen auf diese Weise gelebte Traditionen erhalten, fortgeführt und weiterentwickelt werden. Wissen und Können werde seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben.

Die akzeptierten Bewerbungen sollen bis Oktober dieses Jahres einer weiteren Selektion durch ein Expertenkomitee unterzogen werden, das dann Empfehlungen zur Aufnahme in ein bundesweites Register gibt. Mit ersten Einträgen ist im Dezember zu rechnen. Die bundesweite Liste ist ein Beitrag, um das internationale Übereinkommen umzusetzen, das die Bundesrepublik Deutschland (BRD) erst im vergangenen Jahr unterzeichnet hat. Eine Registrierung in den internationalen Listen des immateriellen Weltkulturerbes durch die UNESCO in Paris ist frühestens im Jahr 2015 möglich. Warum die ansonsten so kultur- und traditionsbeflissenen Deutschen so spät dran sind, wurde in der Mitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission nicht aufgeklärt. ++ (ku/mgn/25.06.14 – 175)

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Palma de Mallorca, 24. Mai 2014 (ADN). 90 Prozent der Palmen auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca sind krank. Verursacher ist der Rote Palmrüssler – ein eingeschleppter asiatischer Käfer. Zwischenstation ist Marokko. Lieblingsspeise des Schädlings sind Dattelpalmen. Er beginnt in der Baumkrone und frisst sich von oben nach unten durch den Stamm. In den durchgenagten Röhren legt er seine Eier ab.

Extrem befallene Bäume müssen zerlegt und wie Sondermüll entsorgt werden. In drei bis vier Jahren wird es auf Mallorca kaum noch Palmen geben und das Landschaftsbild der beliebten Tourismusinsel wird sich radikal verändern. Einer Zählung zufolge gab es bis März 2013 gab es auf Mallorca 3.000 geschädigte Palmen.

Die Regionalregierung weiß kein anderes Gegenmittel gegen Rhynchophorus ferrugineus als die Chemiekeule, obwohl biologische Bekämpfung möglich ist. Das wirkt zerstörend auf Natur, Tourismus und die einheimische Wirtschaft. Die vor allem in Sßwassersümpfen Südostasiens beheimaeten Insekten haben sich auch in anderen Mittelmeeländern wie Spanien, Italinen und Griechenland breit gemacht. Ihre Larven werden mancherorts in den Ursprungsregionen als Nahrungsmittel und Eiweißspender genutzt. ++ (ch/mgn/24.05.14 – 143)

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San Francisco/Berlin, 26. November 2013 (ADN). In China stehen 68 Millionen Wohnungen leer. Darüber berichtet zu Wochenbeginn die Zeitung „Epoch Times“, die speziell über das bevölkerungsreichste Land der Erde seit 2004 in 19 Sprachen und in 45 Ländern informiert. Der Autor des Beitrags Yiyuan Zhou schreibt die Zahl über den in Europa kaum vorstellbaren Umfang von Wohnungsleerstand Du Meng, dem Präsidenten des Dachverbandes „Unternehmens-Kapital-Allianz“ – eines Verbundes chinesischer Forschungsinstitute für Immobilien- und Stadtentwicklung – zu. Der bezifferte die damit im Zusammenhang stehende ungenutzte Wohnfläche auf insgesamt 24 Milliarden Quadratmeter. Vielfach handelt es sich um Sozialwohnungen, die gebaut wurden, um sie vom Staat an Familien mit geringen Einkommen günstig zu verkaufen oder zu vermieten. So sollte vor allem der Zuzug vom Land in die Stadt gefördert werden. Die Urbanisierungspläne der Pekinger Regierung sehen vor, in den nächsten 20 Jahren bis zu 20 Millionen Chinesen aus der Dorfbevölkerung zur Übersiedlung in die Städte zu motivieren. Derzeit lebt etwa die Hälfte der Chinesen in Städten. Dieser Anteil soll auf 85 Prozent steigen, auch um agrarisch geprägten Regionen zu entlasten und den Lebensstandard auf dem Lande zu verbessern. Das ist Teil des „chinesischen Traums“. Er verkehrt sich derzeit in einen Alptraum.

Die 50 am stärksten mit Immobilienrisiken behafteten Städte gehören – mit einer Ausnahme – zu einer Kategorie von Kommunen, die wirtschaftlich weniger bedeutsam sind. Diese Angaben stammen von Chinas größtem Immobilien-Informationsservice CRIC, der eine Rangliste zu den Entwicklungsaussichten und Risiken städtischer Immobilien veröffentlichte.

Über Ursachen und Hintergründe der enormen Fehlentwicklung strahlte der australische TV-Sender SBS eine viertelstündige Dokumentation aus, in der beispielsweise ausgestorbene Einkaufszentren, entvölkerte Straßen und unbelebte großflächige Wohnsiedlungen in der Stadt Zhenzheon gezeigt werden. Die Existenz der Geisterstädte sei darauf zurückzuführen, dass die Zentralregierung Vorgaben zum Wirtschaftswachstum macht. Diese ließen sich in den Regionen am kurzfristigsten mit dem Errichten von Bauwerken umsetzen. Im Ergebnis dessen stünden in vielen Städten bis zu 75 Prozent der Wohnungen leer. Zudem hätten Spekulanten die Preise so in die Höhe getrieben, dass sich „normale Chinesen“ mit ihren Einkommen die neu errichteten Wohnungen und Häuser nicht leisten können. Wann die Immobilienblase platze, sei nur noch eine Frage der Zeit.

Aus Sicht des Nachrichtenportals everyday-feng-shui.de ist China diesbezüglich aus dem Gleichgewicht geraten. Es sei zu viel „Yang-Metall“ im Spiel. In den Provinzen des Landes werde der größte Fehler nach Feng-Shui-Prinzipien begangen, indem das Land nach ökonomischen Zielvorgaben umgestaltet wird. Das reale Leben der Bevölkerung finde keinerlei Beachtung. Das Desaster ende letztlich in der Frage: Wer „wehrt“ sich zuerst – der Mensch oder die Natur ? ++ (sz/mgn/26.11.13 – 324)

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Berlin, 8. März 2012 (ADN). Griechenland setzt auf die drei Kernkompetenzen Kultur, Natur und seine starke Arbeitnehmerschaft,um der ausweglos erscheinenden Wirtschafts- und Gesellschaftskrise zu entrinnen. Das erklärte der griechische Minister für Kultur und Tourismus, Pavlos Yeroulanos, am heutigen Donnerstag in Berlin. Vor der Presse verwies er auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) auf das ökonomische Schwergewicht des Fremdenverkehrs.  „Tourismus war und ist die treibende Wirtschaftskraft, um das Land auf die Beine zu bekommen“, so der Parlamentsabgeordnete der Panhellenischen Sozialistischen Partei (PASOK), der zugleich für die Sektoren Medien und Sport zuständig ist.  Er ermunterte dazu, nach Griechenland zu kommen und so zu helfen, die große Wende zu schaffen. Dabei sei Deutschland ausschlaggebend für den griechischen Tourismus. Im Übrigen sei 2011 das beste Tourismusjahr für Griechenland gewesen. Es habe eine Rekordzahl von Ankünften gegeben. Konkrete beweiskräftige Zahlen konnte er jedoch nicht nennen. Abwarten ist derzeit die Grundhaltung potentieller Gäste, bedauerte der 47jährige Minister. Stornierungen seien selten. Er rechne in nächster Zeit mit einer spürbaren Zahl an Spätbuchungen. Neue Fremdenverkehrs-Märkte sieht der Politiker in Russland, Israel, Südosteuropa und in der Türkei.

Griechenland muss generell nach den Worten von Yeroulanos die subventionsgestützte Volkswirtschaft aufgeben. Nötig seien Innovationen und Investitionen.  ++ (wi/mgn/08.03.12 – 72)